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Shopify Scripts werden eingestellt: Was Sie vor dem 30. Juni 2026 tun müssen

Teammitglied von Flatline Agency vor einem Backsteingebäude

Von Robin Laseur

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IN DIESEM ARTIKEL

Shopify Scripts werden am 30. Juni 2026 abgeschaltet. Was Plus-Shops vorher prüfen, zu Shopify Functions migrieren und testen müssen, und in welcher Reihenfolge.

Shopify Scripts werden am 30. Juni 2026 abgeschaltet. Was Plus-Shops vorher prüfen, zu Shopify Functions migrieren und testen müssen, und in welcher Reihenfolge.

Shopify Scripts werden am 30. Juni 2026 abgeschaltet. Was Plus-Shops vorher prüfen, zu Shopify Functions migrieren und testen müssen, und in welcher Reihenfolge.

Icon mit Code-Klammern auf dem Cover zur Abschaltung von Shopify Scripts vor dem 30. Juni 2026

Shopify kündigt diese Änderung seit Jahren an. Erst lag die Frist im August 2024, dann im August 2025, jetzt am 30. Juni 2026: ein Datum, bei dem Shopify bestätigt hat, dass es sich nicht mehr verschiebt. Shopify Scripts werden eingestellt. Jeder Plus-Shop, der eigene Checkout-Logik über den Script Editor laufen lässt, muss vor diesem Datum handeln.

Die erste Frist ist bereits abgelaufen. Seit dem 15. April 2026 lassen sich Scripts nicht mehr bearbeiten oder veröffentlichen. Jedes Script, das jetzt live läuft, ist eingefrorener Code. Taucht bis zum 30. Juni ein Fehler auf, können Sie ihn im Script Editor nicht mehr beheben. Shops, die mitten in der Migration stecken und fehlerhafte Rabattregeln haben, haben keinen Plan B.

Dieser Beitrag bleibt praktisch: was Shopify Scripts geleistet haben, was Shopify Functions an ihre Stelle setzen und wie Sie Bestandsaufnahme und Migration angehen, bevor die Zeit ganz abgelaufen ist.

In diesem Artikel:

  • Warum Shopify Scripts abgeschaltet werden und was die festen Fristen für Ihren Shop bedeuten

  • Wie sich Shopify Functions technisch von Scripts unterscheiden und warum die Migration mehr bringt als reine Pflichterfüllung

  • Ein Vorgehen in Schritten, um Ihre aktuellen Scripts zu prüfen und die Migration zu planen

  • Was Sie tun, wenn Sie komplexe eigene Logik für Rabatte, Versand oder Zahlung nutzen

Ob Sie Scripts seit drei Jahren oder seit drei Monaten einsetzen: Die verbleibende Zeit ist kürzer, als sie wirkt. Im Folgenden lesen Sie nüchtern, was diese Änderung von Ihnen verlangt.

Was Shopify Scripts eigentlich gemacht haben

Shopify Scripts gab es nur für Plus. Damit konnten Shops über den Script Editor eigenen Ruby-Code direkt im Warenkorb und im Checkout ausführen. Der Nutzen lag auf der Hand: Die Standard-Rabattlogik von Shopify war nie flexibel genug für komplexe B2B-Preise, gestaffelte Großhandelsregeln oder Aktionen, die von Kunden-Tags abhängen.

Diese Lücke haben Scripts jahrelang gefüllt. Ein einziges Script konnte Kunden mit dem Tag „wholesale“ 15 % Rabatt auf Bestellungen über 500 € geben, eine produktbezogene Aktion obendrauf legen und eine Zahlungsart in bestimmten Regionen ausblenden. Alles in einem Checkout, ohne App eines Drittanbieters.

Der Preis dafür lag in der Architektur. Scripts liefen in einer abgeschotteten Ruby-Umgebung, getrennt vom Rest von Shopify. Sie hatten keine Verbindung zu Flow-Automatisierungen, keinen Zugriff auf GraphQL und konnten nicht mit Checkout UI Extensions zusammenarbeiten. Jede Änderung brauchte einen Entwickler mit Zugang zum Script Editor. Es gab keine Versionierung, kein Rollback und keine Testumgebung.

Genau diese Abschottung ist der Grund, warum Shopify sie abschaltet. Scripts können mit den heutigen Anforderungen an Erweiterbarkeit nicht mithalten, ohne dass ihre Laufzeitumgebung komplett neu geschrieben wird. Shopify hat die alte Architektur nicht geflickt, sondern Shopify Functions gebaut.

Zwei Fristen, nicht eine

Die meisten Beiträge zum Ende von Shopify Scripts drehen sich um den 30. Juni. Das eigentliche operative Risiko begann aber am 15. April, und dieses Datum liegt bereits hinter uns.

  • 15. April 2026 (abgelaufen): Neue Shopify Scripts lassen sich nicht mehr bearbeiten oder veröffentlichen. Bestehende Scripts laufen weiter, können aber nicht mehr geändert werden.

  • 30. Juni 2026: Alle Shopify Scripts werden vollständig abgeschaltet. Jede eigene Logik für Rabatte, Versand oder Zahlung, die über Scripts läuft, fällt weg.

Solange Ihre Migration nicht abgeschlossen ist, läuft bis zum 30. Juni eingefrorener Code in Produktion, ohne dass Sie ihn reparieren können. Jeder Sonderfall, der auftaucht, etwa zwei Aktionen, die sich in die Quere kommen, eine Versandregel, die falsch greift, oder eine Zahlungsart, die nicht erscheinen dürfte, lässt sich im Script Editor nicht mehr beheben.

Shopify hat bestätigt, dass diese Frist nicht noch einmal verlängert wird. Sie wurde bereits zweimal verschoben (ursprünglich August 2024, dann August 2025). Der 30. Juni 2026 ist das endgültige Aus.

Was sich mit Shopify Functions ändert

Shopify Functions sind keine Scripts mit neuer Syntax. Die Architektur ist eine andere. Functions sind kompilierte WebAssembly-Module, die in der Kerninfrastruktur von Shopify laufen, an festen Punkten zwischen Warenkorb und Bestellung. In der Praxis macht das einen großen Unterschied.


Shopify Scripts

Shopify Functions

Sprache

Ruby

Rust, JavaScript oder AssemblyScript

Laufzeitumgebung

Abgeschottetes Ruby auf Shopify-Servern

Kompiliertes WebAssembly auf der Shopify-Infrastruktur

Geschwindigkeit

Schwankende Ausführungszeit

Unter 5 ms, keine Cold Starts

Verfügbarkeit

Nur Shopify Plus

Plus für Custom Apps; alle Tarife über öffentliche Apps

Bereitstellung

Script Editor (Code erforderlich)

Shopify CLI + App-Container

Versionierung

Keine Versionierung

Versioniert, testbar, umkehrbar

Anbindung an Shopify

Getrennt von Flow, GraphQL und Checkout UI Extensions

Voll eingebunden in die Erweiterungen von Shopify

Status

Eingestellt zum 30. Juni 2026

Aktiv, künftig der Standard von Shopify


Für Shops liegt die wichtigste Änderung darin, wie die Logik live geht. Functions werden als Apps verteilt: als Custom App für einen einzelnen Shop oder als öffentliche App aus dem Shopify App Store. Die Logik steckt damit in einem versionierten, testbaren Container statt in einem Code-Editor ohne Rollback.

Diagramm zu Shopify Functions: GraphQL-Input-Query, JSON-Ein- und Ausgabe, WebAssembly-Modul und Backend-Logik


Für E-Commerce-Teams mit eigener Rabattlogik ist die Migration keine rein technische Aufgabe. Sie ist eine Gelegenheit zu prüfen, welche Scripts noch zu Ihren aktuellen Geschäftsregeln passen, welche nur gebaut wurden, um Grenzen von Shopify zu umgehen, die es nicht mehr gibt, und welche sich durch eine öffentliche App statt durch eine Eigenentwicklung ersetzen lassen.

Wie Functions in den gesamten Checkout passen, beschreibt unser Leitfaden zu Shopify Checkout Extensibility im Detail.

So gehen Sie die Migration an

Schritt 1: Anpassungsbericht für Scripts abrufen

Gehen Sie im Shopify-Admin zu Apps > Script Editor. Sehen Sie dort das Banner „Replace Shopify Scripts“, klicken Sie darauf, um den Anpassungsbericht zu öffnen. Er listet jedes aktive Script auf, beschreibt, was es tut, und verlinkt auf empfohlene Ersatz-Apps oder Tutorials zur Function API. Exportieren Sie ihn als CSV und gehen Sie ihn gemeinsam mit Ihrem Entwicklerteam und Ihrem E-Commerce-Team durch.

Für manche Scripts auf der Liste gibt es naheliegende öffentliche Apps. Andere erfordern eine eigene Function. Einige steuern Logik, die schlicht nicht mehr gebraucht wird. Der Bericht macht den Umfang sichtbar, bevor die Arbeit beginnt.

Shopify-Admin mit einem migrierten Mengenrabatt ohne Code, der ein Shopify Script ersetzt


Schritt 2: Jedes Script nach Aufwand einordnen

Teilen Sie Ihre Scripts in drei Gruppen ein, bevor Sie eine einzige Zeile Code schreiben:

  • Einfacher Ersatz: Logik, die eine öffentliche App bereits abdeckt, etwa einfache Staffelrabatte oder übliche Versandregeln. App installieren, einrichten, parallel zum Script testen und dann das Script deaktivieren.

  • Eigene Function: Geschäftslogik, die nur Ihren Shop betrifft und die keine öffentliche App abdeckt, etwa komplexe B2B-Preismatrizen, Kombinationsregeln mit mehreren Bedingungen oder Zahlungsarten, die vom Kunden-Tag abhängen. Hier baut ein Entwickler die Logik mit der Shopify Functions API neu auf.

  • Überholte Logik: Scripts, die eine inzwischen verschwundene Grenze von Shopify umgehen sollten, oder Regeln für Preisstrategien, die Sie nicht mehr verfolgen. Diese können komplett entfallen.

Migrieren Sie nicht alles auf einmal. Schließen Sie eine Gruppe ab, testen Sie sie in einer Staging-Umgebung, prüfen Sie, ob sie in Produktion korrekt funktioniert, und nehmen Sie sich dann die nächste vor. Scripts und Functions können während der Umstellung im selben Shop parallel laufen. Dadurch ist eine Migration in Etappen gut machbar.

Auswahl der Rabattarten im Shopify-Admin, etwa Volumen, Menge und Gratisartikel, verfügbar ohne Scripts


Schritt 3: Erst testen, dann abschalten

Die schrittweise Migration hat eine Falle: Ein Script und eine Function greifen gleichzeitig in dieselbe Checkout-Logik ein. Dann können sie sich gegenseitig stören. Die sicherste Reihenfolge: Function ausrollen, mit einer Testbestellung prüfen, ob sie das richtige Ergebnis liefert, und erst dann das Script deaktivieren. Danach folgt der nächste Punkt.

Haben Sie komplexe Kombinationsregeln, bei denen ein Script das Zusammenspiel mehrerer Rabattarten steuert? Dann testen Sie vor dem Livegang mit Ihren häufigsten Bestellszenarien. Sonderfälle in der Rabattlogik bleiben meist unsichtbar, bis sie in einer echten Bestellung auftauchen.

Das größere Bild: Checkout Extensibility

Das Ende von Shopify Scripts gehört zu einem größeren Umbau der Plattform. Shopify verabschiedet sich bei Anpassungen insgesamt von Code in einem Editor und setzt auf einzelne Bausteine, die als Apps ausgerollt werden.

Checkout Extensibility, das Framework, das checkout.liquid und Scripts ersetzt, ist künftig der Standard für jede Anpassung des Shopify-Checkouts. Die Frist für die Migration von checkout.liquid war der 28. August 2025 und ist für Plus-Shops bereits abgelaufen. Für Shops ohne Plus ist auch die Migration der Danke-Seite und der Bestellstatusseite abgeschlossen.

Für die Planung hilft es zu sehen, wo Scripts in diesem Umbau stehen. Functions sind keine Einzellösung. Sie bilden die Ebene für die Checkout-Logik innerhalb einer größeren Architektur, zu der Checkout UI Extensions, Shopify Flow sowie die Storefront- und Admin-APIs gehören. Die Migration der Scripts ist der akute Schritt. Den gesamten Checkout auf Checkout Extensibility auszurichten, ist das längerfristige Projekt.

Denken Sie parallel zu dieser Migration über einen größeren Schritt auf der Plattform nach? Unser Überblick zu Shopify Plus für E-Commerce-Unternehmen zeigt, was die Plattform kann.

Was passiert, wenn Sie die Frist verpassen

Die Folgen sind unmittelbar. Ab dem 1. Juli 2026 läuft kein einziges Script mehr. Es gibt keine Übergangsfrist und keinen Plan B.

Shopify-Entwicklerdoku zur Cart and Checkout Validation Function API: ohne Function keine Validierung mehr


Läuft in Ihrem Shop ein Script für Großhandelsrabatte, wird dieser Rabatt schlicht nicht mehr angewendet. Kunden, die 20 % Händlerrabatt bekommen sollten, sehen den normalen Endkundenpreis. Bestellungen können zu falschen Preisen durchgehen, bevor jemand im Team es bemerkt.

Nutzen Sie Scripts, um Zahlungsarten zu sperren, etwa für bestimmte Regionen oder Kundengruppen, dann entfällt diese Sperre. Zahlungsoptionen, die eine Kundengruppe nicht sehen sollte, tauchen einfach auf.

Versandlogik, die an Scripts hängt, fällt auf das Standardverhalten von Shopify zurück. Berechnet Ihr Shop per Script Tarife nach Zonen oder gelten Regeln je Versanddienstleister, greifen diese Regeln überhaupt nicht mehr.

Der Shop fällt dadurch nicht aus. Er nimmt weiter Bestellungen an. Das Problem ist, dass er sie ohne die Geschäftslogik verarbeitet, die Ihr Team aufgebaut hat. Ihre Kunden merken das sofort, im Admin bleibt es still, bis Sie sich die Bestelldaten genau ansehen.

Wie Flatline Scripts-Migrationen angeht

Als Shopify Platinum Partner hat Flatline Scripts-Migrationen in ganz unterschiedlichen E-Commerce-Unternehmen umgesetzt, von einfacher B2C-Rabattlogik bis zu komplexen B2B-Preismodellen mit mehreren Ebenen an Bedingungen. Das Muster, das uns am häufigsten begegnet: Shops unterschätzen den Umfang, weil im Alltag niemand die Scripts anfasst und das Team, das sie geschrieben hat, oft nicht mehr da ist.

Am Anfang stehen der Anpassungsbericht und eine strukturierte Bestandsaufnahme, noch bevor die Entwicklung beginnt. Dieses Vorgehen verhindert immer wieder Überraschungen mitten in der Migration. Es zeigt, wie komplex die Umstellung wird, und auch, welche Logik schon vor Jahren hätte verschwinden sollen.

Nutzen Sie Shopify Plus und ist Ihre Scripts-Migration noch nicht abgeschlossen? Dann ist der 30. Juni nur noch wenige Wochen entfernt. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Migration einschätzen lassen möchten.

Das Fazit

Shopify Scripts waren ein verlässliches Werkzeug für Plus-Shops, die mehr Checkout-Logik brauchten, als die Standardrabatte hergaben. Am 30. Juni 2026 ist damit Schluss.

Die Migration zu Shopify Functions ist mehr als eine Pflichtaufgabe. Functions können mehr, sind versioniert und fügen sich in den Rest von Shopify ein. Shops, die die Migration mit Sorgfalt angehen, haben am Ende Checkout-Logik, die sich leichter pflegen und testen lässt und zur Richtung passt, in die Shopify sich entwickelt.

Shops, denen dieses Know-how intern fehlt, holen sich für genau solche Migrationen mit fester Frist meist eine Shopify-Plus-Agentur dazu.

Das Risiko ist nicht die Migration selbst, sondern zu wenig Zeit, um sie ordentlich zu machen. Die echte Frist ist der 30. Juni. Planen Sie entsprechend.

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